UN-Nummer

Gefahrgutkennzeichnung und UN-Nummer

Beim Abfüllen und Inverkehrbringen von Gefahrgut-Verpackungen aus Kunststoff und Metall spielt die UN-Nummer eine wichtige Rolle. Die international gültige UN-Nummer enthält alle wichtigen Informationen zu Material, Art, Form und „Belastbarkeit“ der Verpackung sowie Informationen zum Hersteller. Die UN-Nummer wird direkt bei der Verpackungsproduktion bei Metallverpackungen aufgeprägt bzw. ist bei Kunststoffverpackungen bereits in der Form berücksichtigt. Jede UN-Nummer gilt speziell für die jeweilige Verpackung und damit fast wie ein Fingerabdruck. 

UN-Nummer hilft bei Ermittlung der richtigen Verpackung

Die UN-Nummer ist eines der Kriterien, die dabei helfen die richtige Verpackung zu finden. Wenn Gefahrgut auf der Straße, per Schiff oder mit der Eisenbahn befördert wird, sind zunächst die Klassifizierung der Gefährlichkeit des Stoffs und die Vorschriften für die Beförderung zu klären. Dabei sollte man sich eben eher auf die UN-Nummer und nicht so sehr auf alte Sicherheitsdatenblätter verlassen. Außerdem sollte man die aktuell gültigen Gefahrgut-Verordnungen berücksichtigen, da sich in der Zwischenzeit die Vorschriften geändert haben könnten. Aktuell gelten in Deutschland die Gefahrgut-Verordnung See (GGVSee) von 2003, die Gefahrgut-Verordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB) von 2019 sowie die Gefahrgut-Ausnahmeverordnung (GGAV 2002) von 2002.

Die UN-Nummer hilft also, die Mindestanforderungen für das betreffende Gefahrgut bezüglich Bau, Ausrüstung, Zulassung, Prüfung und Kennzeichnung klären. Wichtig ist auch zu beachten, dass Gebinde mit UN-Nummer immer komplett sein müssen, um auch wirklich als Gefahrgut-Verpackungen zu gelten. So benötigt man z.B. beim Transport von chemisch-technischen Füllgütern im Hobbock nicht nur das Gefäß und den Deckel, sondern auch Spannringe und Splinte, um den Hobbock dicht und transportsicher zu verschließen.

Wie ist eine UN-Nummer aufgebaut?

Verpackungsart

Um Verwechslungen weitgehend auszuschließen, ist eine UN-Nummer größtenteils so aufgebaut, dass auf eine Ziffer ein Buchstabe und auf einen Buchstaben eine Ziffer folgt. Die Verpackungsart steht an der ersten Stelle innerhalb der UN-Nummer. Um die Verpackung genau zu definieren, wird eine Ziffer verwendet. Dabei gilt folgende Zuordnung:

1 = Fass
2 = bleibt offen
3 = Kanister
4 = Kiste
5 = Sack
6 = Kombi-Verpackung
7 = bleibt offen
0 = Feinstblech-Verpackung

Werkstoff

Ein weiterer Bestandteil der UN-Nummer ist die Information zum Werkstoff. Das ist z.B. bei einem Brand eine wichtige Information für Polizei und Feuerwehr, denn jeder Werkstoff reagiert anders auf die Hitzeentwicklung. Gefahrgut-Verpackungen mit UN-Nummer, die von der Dosen-Zentrale verkauft werden, bestehen aus den Werkstoffen Kunststoff oder Metall, die auch höhere Temperaturen vertragen können. Hier die einzelnen Werkstoff-Zuordnungen innerhalb der UN-Nummer:

A = Stahl
B = Aluminium
C = Naturholz
D = Sperrholz
F = Holzfaserwerkstoff
G = Pappe
H = Kunststoff
L = Textil
M = Papier, mehrlagig
N = Glas
P = Porzellan, Steinzeug

Verpackungstyp

Die dritte Stelle innerhalb der UN-Nummer ist für den Verpackungstyp reserviert:

1 = Deckel nicht abnehmbar
2 = Deckel abnehmbar

Verpackungsgruppe

Die wohl wichtigste Information der UN-Nummer ist die über die Gefährlichkeit des transportierten Stoffs. Diese Einstufung innerhalb der UN-Nummer nennt man Verpackungsgruppe. Hier unterscheidet die UN-Nummer drei Levels:

X = sehr gefährlich
Y = gefährlich
Z = weniger gefährlich

Prüfdruck

Nach der Verpackungsgruppe kommt innerhalb der UN-Nummer die Angabe zur maximalen Höhe des Prüfdrucks, mit dem die Dichtigkeit der Gefahrgut-Verpackung überprüft werden kann. Der Wert wird dabei in Kilopascal (kPa) angegeben und in der UN-Nummer immer in drei Ziffern ausgedrückt, also z.B.:

095 = maximaler Prüfdruck von 95 kPa

Gefahrstoffkennzeichnung fest/flüssig

Flüssige Gefahrgüter sind natürlich schwerer zu handhaben als feste. Deshalb ist die Beschaffenheit des Gefahrstoffs selbstverständlich ebenfalls in der UN-Nummer zu finden:

S = fest (vom englischen „solid“)
L = flüssig (vom englischen „liquid“)

Herstellungsjahr der Gefahrgutverpackung

Die Angabe des Herstellungsjahrs innerhalb der UN-Nummer ist wichtig, um dadurch Rückschlüsse auf den Zustand bzw. die Verkehrsfähigkeit der Verpackung ziehen zu können. In der UN-Nummer stehen hierzu jedoch nicht vier, sondern nur zwei Ziffern, also z.B.:

18 = Herstellung im Jahr 2018

Zulassungsland und -behörde

Nun folgen in der UN-Nummer ausnahmsweise zwei Kennungen in Buchstabenform als Länderkennung, wo die Zulassung erfolgte sowie ein Kürzel für die ausstellende Behörde. In Deutschland ist in der Regel die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin zuständig:

D = Zulassung in Deutschland
BAM = Zulassung durch Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

Zertifikatsnummer

Jedes Prüfzertifikat bzw. jede Zulassung hat eine Nummer. Diese wird als vierstellige Ziffernfolge ebenfalls in der UN-Prüfnummer vermerkt.

Herstellerkennung

Der letzte Bestandteil der UN-Nummer ist die Herstellerkennung, in Form eines registrierten Kurzzeichens (Buchstabenfolge) des Verpackungsherstellers also z.B.:

KHV für Karl Huber Verpackungswerke