Einkochen

Beim Einkochen wird das Füllgut (Obst, Fleisch, Gemüse etc.) im verschlossenen Glas bei einer festgelegten Temperatur zwischen 85°C und 100°C über einen gewissen Zeitraum „gekocht“, so dass die enthaltene Luft entweicht. Beim Abkühlen nach dem Einkochen bildet sich ein Vakuum im Glas, da keine Luft von außen eindringen kann. Bleibt das Glas allein durch diesen Unterdruck verschlossen, hat das Einkochen funktioniert. Einkochen kann man im Wasserbad, im Backofen, im Topf, in Einkochautomaten sowie in Thermo-Küchenmaschinen.

Möglich wurde die Erfindung des Einkochens durch Otto von Guericke. Der 1602 in Magdeburg geborene und 1686 in Hamburg gestorbene Gelehrte erkannte als Erster die Stofflichkeit der Luft und ihre Wärmeausdehnung. Als erster Wissenschaftler machte er auch Versuche mit dem Vakuum und dem luftleeren Raum bzw. mit der Wirkung des Außendruckes auf den luftleeren bzw. luftverdünnten Raum.

Denis Papin, der 1647 geborene und um das Jahr 1712 vermutlich in Marburg an der Lahn gestorbene französische Universalgelehrte und Physiker, tat den zweiten, entscheidenden Schritt auf dem Wege zur Entwicklung des Einkochens. Bereits 1690 erzeugte Papin das erste Vakuum mit Hilfe von Wasserdampf im sogenannten „Papinschen Topf“, einem druckstarken, dickwandigen Dampfkochtopf aus Kupfer.

François Nicolas Appert entdeckte etwa um 1790 das Prinzip der Hitzekonservierung und entwickelte fortan Glaskonserven für die Versorgung des französischen Militärs. 1810 erhielt er einen von Napoleon ausgesetzten Preis in Höhe von 12.000 Goldfrancs, nachdem die französische Marine auf verschiedenen Fahrten Konserven, die nach dem Hitzeprinzip haltbar gemacht worden waren, getestet hatte.

Die Kombination all dieser Erkenntnisse und damit die Erfindung des Einkochens vollbrachte der Chemiker Dr. Rudolf Rempel aus Gelsenkirchen. Seine Erfindung wurde am 24. April 1892 patentiert, später vor der Firma WECK übernommen und zum WECK-Einkochverfahren perfektioniert.